Die Wirtschaftswunderzeit

1946 bis 1960
Auf Initiative von Ludger Lippmann fand am 6. Februar 1946 in der Gastwirtschaft „Jülkenbeck“ (Kanalstraße) die Neugründerversammlung statt.

Unter dem Namen Sportverein Adler Münster wurde neu begonnen; im selben Jahr nahmen bereits 69 Handballer und 39 Fußballer den aktiven Spielbetrieb in Freund- und Meisterschaftsspielen wieder auf – und natürlich wurde auch wieder ordnungsgamäß gefeiert.

Bereits 1947 war die Zahl der Mitglieder auf 267 angewachsen und es gelang dem Verein, trotz großer Schwierigkeiten, ein umfangreiches Sport- und Freizeitprogramm anzubieten. Nach der Überwindung vieler wirtschaftlicher Probleme wurde erst wieder Unruhe in den Verein getragen, als man versuchte, den SV ADLER wiede zu einem DJK-Verein zu machen: die Mehrzahl der Mitglieder lehnte jedoch einen Anschluß an den 1949 gegründeten DJK Marathon Münster ab, musste jedoch die Abwanderung des größten Teils des Vereinsvorstandes hinnehmen.

Sportlich ging es mit dem Aufstieg der 1. Feldherrenmannschaft in die Landesliga kurzzeitig wieder bergauf (1954), doch prompt ein Jahr darauf (1955) musste die 1. Mannschaft wegen Finanz- und Personalsorgen aus der Landesliga zurück gezogen werden und die 2. Mannschaft gar ganz abgemeldet werden. 1956 schließlich wurde auch die letzte Männer-Handballmannschaft abgemeldet. Da auch die Fußballmannschaften mit mäßigem Erfolg spielten, schienen die Tage des SV ADLER gezählt. doch dank der kontinuierlichen Jugendarbeit von Günther Krause gelang es 1957 aus der früheren A-Jugend und zurückgekehrten Seniorenspielern wieder eine Männermannschaft aufzustellen, die auf Anhieb den Aufstieg in die 1. Kreisklasse schaffte.

1. Mannschaft 1950 – 54
hintere Reihe von links: Hans Thomms, Theo Brinkmann, Sepp Kloer, Karl Mosecker, Günter Wewel, Heinz Esser, Bernd Möller (?)
vordere Reihe von links: Heiner Wellermann, Leo Angly, (?), (?), (?), Franz (?), Berni Westermann

Aushängeschild in diesen Jahren war jedoch die Handballjugend, die als „radelnde Handballtruppe“ nicht nur duch sportliche Erfolge, sondern auch als verschworene Gemeinschaft weit über die Grenzen Münsters hinaus angesehen war.

Günter Krause (rechts) mit seiner Jugendmannschaft von 1952. In der oberen Reihe (3.von rechts) ist Adlers Urgestein Horst Schablitzky bereits mit von der Partie

Das hatte Stil. Und von wegen Trainingsanzug… Sonntags machte man sich in der Domstadt nicht nur für den Kirchgang schick, sondern auch zum Handball spielen. Das Bild zeigt Spieler der A-Jugend von 1956 am Hauptbahnhof in Münster bei der Abfahrt zum Auswärtsspiel nach Ascheberg gegen die dortige A-Jugend. Standesgemäß mit Lodenmantel und Aktentasche.