Große Erfolge und die wilden 70er

1960 bis 1982
In den 1960er Jahren zeichnete sich die Auflösung der Fußballabteilung ab, zu der es 1966 – vor allem aufgrund vernachlässigter Jugendarbeit auch kam. So machten sich die Handballer auf, alleine die Geschicke des Vereins zu übernehmen – sportliche Erfolge wie der Gewinn des Kreispokals und der Aufstieg in die Nordwestfalenliga (Halle) und die Gründung einer Damenmannschaft 1965 brachten den Verein wieder in Schwung.

Neben dem zunehmend aufstrebenden Hallenhandball betrieben die Aktiven des SV Adler auch weiterhin die traditionelle Variante des Großfeldhandballs, auch hier gelang der Aufstieg in die Landesliga. Feldhandball erlebte seine Blütezeit in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg, legendär waren die Spiele in den 1950er Jahren vor Zehntausenden von Zuschauern, für sechs Sommerspielzeiten von 1967 bis 1973 existierte zudem eine Feldhandball-Bundesliga. Das Maß aller Dinge waren damals die Spieler von Frisch Auf Göppingen um Handball-Legende Bernhard Kempa.

Vorentscheidender 14 Meter Strafwurf für den SVA unter den strengen Blicken von Schiedsrichter Schorsch „Opa“ Möllers; Adler gewann das Spiel mit 14:12

Dass man beim SV ADLER weiterhin auch anderen Sportarten gegenüber aufgeschlossen war, zeigt die Gründung einer Volleyballabteilung durch Günther Rüdebusch im Jahr 1970. Nach zweijähriger Aufbauarbeit schaffte die Herrenmannschaft in der Zeit von 1972 – 1976 vier Aufstiege in Folge von der Bezirksliga bis in die Regionalliga. Die Volleyballdamen waren ebenso erfolgreich: sie stiegen in der gleichen Zeit bis in die Verbandsliga auf.

Auch im Handball ging es weiter bergauf. Neben den vielen Erfolgen der C-Jugend wurde die A-Jugend 1974 Bezirksmeister in der Halle und scheiterte erst im Halbfinale der Westfalenmeisterschaft.

Günther Krause und seine Schützlinge: Adlers C-Jugend von 1970…
und ein Jahr später (1971).

Was Günter Krause vermutlich schon zu Beginn der 1970er Jahre erkannt hatte, zahlte sich dann zur Mitte des Jahrzehnts aus: die A-Jugend erkämpfte sich über die Saison hinweg die Nordwestfalenmeisterschaft und scheiterte, nach einem 16:14 Sieg im Halbfinalhinspiel gegen den Südvertreter Jahn Siegen, erst im Rückspiel, welches die Siegerländer vor heimischer Kulisse mit 18:14 für sich entscheiden konnte und somit in das Endspiel um die Westfalenmeisterschaft einzogen.

Die 1. Herrenmannschaft schaffte in dieser Zeit den Aufstieg von der Kreisliga bis in die Landesliga, während die 2. Mannschaft in einer einmaligen Erfolgsserie ungeschlagen die Kreisliga erreichte.

(es fehlt: Matschulat)
(MZ vom 25.4.1975)

1977 wechselte die Volleyballabteilung geschlossen zum SV 91 Münster, da der SV ADLER als reiner Amateurverein die hohen Kosten für den Spielbetrieb in Regional- und Verbandsliga nicht aufbringen konnte. Auch der Wechsel von erstklassigen Handballern zu Bundes-, Regional- und Oberligisten vollzog sich in gegenseitigem Einvernehmen, denn der Verein wollte mit seinen begrenzten Möglichkeiten einer sportlichen Karriere nicht im Wege stehen. Erhalten blieben dem SVA dennoch einige gute Handballer, die, aufgefrischt mit einigen Spielern aus der eigenen Jugendabteilung, zu Beginn der 80er Jahre auf längere Zeit eines der letzten Kapitel für Adlers Herren in der Bezirksliga schrieben.